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Buddhismus

Was ist Buddhismus?

„Die Lehren des Buddha Shakyamuni, der Buddha Dharma, sind ein Pfad, der uns von den aufwühlenden Emotionen und der grundlegenden Unwissenheit befreit. Dieser Dharma befreit uns von der Existenz im leidvollem Dasein, Samsara genannt, der von tiefer Furcht bestimmt wird.

Dharma führt zur Frucht von Unabhängigkeit, vollkommener Freiheit und dem Zustand der Furchtlosigkeit. Somit bewegen wir uns jenseits von Furcht. Wenn wir den Buddha Dharma oder Buddhismus etwas näher betrachten, entdecken wir die Reinheit dieses Pfads und seiner Lehren. Er ist wie pure Wissenschaft- eine Wissenschaft des Geistes.

Man kann mit Gewissheit sagen, dass Buddha Dharma keine Religion ist. Er ist die reine und ursprüngliche Wissenschaft der Menschheit.

Diese Lehre arbeitet mit dem negativen und dem positiven Aspekt unseres samsarischen Geistes und ist im Wesentlichen die Wissenschaft der Erforschung der zugrundeliegenden Natur unseres Geistes.

Die buddhistischen Lehren sind wie reines Wasser, das in verschiedene kulturelle Gefäße gegossen werden kann. Das Wasser hat keine eigene Form oder Farbe, es nimmt die Form des jeweiligen Gefäßes an. Auch wenn sich seine Form womöglich verändert, so bleibt die Essenz des Wassers rein. Durch die Anwendung von möglichst tiefer Präzision, von Achtsamkeit und Mitgefühl, versuchen wir diese reine Essenz der Lehren des Buddha in unserem Leben zu entdecken, frei von den kulturellen Fallen.“

(Dzogchen Pönlop Rinpoche)


Buddhas Lehren

Vor mehr als 2500 Jahren lehrte Buddha die „Vier Edlen Wahrheiten“.

Die Wahrheit vom Leiden (1) bedeutet dass unsere Existenz in ihrer Natur leidvoll ist. Unvermeidlich begegnen wir immer wieder Enttäuschung und Schmerz, körperlich und psychisch.

In der Wahrheit von der Ursache des Leids (2) zeigt Buddha, wie dieses Leid aus der eigenen Unwissenheit heraus entsteht – daraus, dass wir die wirkliche Natur unseres Geistes nicht erkennen.

Dann macht der Buddha deutlich, (3) dass es für jedes Lebewesen ein Ende dieses leidvollen Zustands (Skr. Samsara) gibt, da jedes fühlende Wesen über die innewohnende Buddha-Natur verfügt, welche erkannt und verwirklicht werden kann. (i. e. Geisteszustand von Nirwana – das vollkommene Erwachen. Dieser Zustand ist jenseits von Leid und drückt sich aus in erwachten Geistesqualitäten wie allerhöchste Weisheit, tiefstes Mitgefühl, grösste Freude und Furchtlosigkeit.

Dann lehrt der Buddha weiter, dass es geeignete Wege und Methoden gibt, (4) die zum endgültigen Aufhören des samsarischen Leids führen.

Da seine damaligen SchülerInnen unterschiedliche Ausgangsbedingungen, Interessen und auch innere Fähigkeiten hatten, gab der Buddha zahlreiche Unterweisungen und unterschiedliche Mittel zur geistigen Entwicklung. Sie lassen sich nach der tibetischen Auffassung in drei „Fahrzeuge“ der Befreiung zusammenfassen.

Das sogenannte „Kleine Fahrzeug“ (Skr. Hinayana) zeigt uns, wie wir selbst frei werden können von immer wiederkehrendem Leid – nämlich durch die Entwicklung von einsgerichtetem Verweilen, (Skr. Shamatha) kontinuierlicher tiefer Einsichtsmeditation (Skr. Vipashyana) und durch die Entfaltung von liebender Güte und Mitgefühl.

Im „Grossen Fahrzeug“ (Skr. Mahayana) entwickeln wir die altruistische Motivation zum Wohle aller Lebewesen zu erwachen und um damit die Fähigkeit zu erlangen wirklich helfen zu können. Dazu werden auf dem „Weg der Ursachen“ (Skr. Sutrayana) zuerst einmal die Grundlagen gelegt, welche zur Erleuchtung führen: Das wahre Mitgefühl und wahre Verständnis von Leerheit, d. h. der Abwesenheit der Vorstellung von einem konkreten „Selbst“ und die tiefe Einsicht in die Vernetztheit und das Entstehen in Abhängigkeit aller Phänomene im Universum.

Im „Diamantenen Fahrzeug“, (Skr. Vajrayana) der auch als der „Weg der Frucht“ bezeichnet wird, meditieren wir unmittelbar auf das Resultat des Weges, auf die erwachten Buddha-Qualitäten wie tiefes Mitgefühl und transzendente Weisheit, und wir tun dies mithilfe der tantrischen Methoden in der Form von Meditationsgottheiten wie Avalokiteshwara, Tara, Vajrayogini, Chakrasamvara oder auch Kalachakra.

Dies ermöglicht uns dem sogenannten Mahamudra-Pfad, (Skr. Das Grosse Siegel, Weg der Selbstbefreiung) oder auch den Pfad von Maha Ati, (tib. Dzogchen) der großen Vervollkommnung direkt anzunähern ohne innere Hindernisse und Umwege.

Beide Begriffe sind ein Synonym für das vollkommene Erwachen, den Zustand eines Buddha.

Quelle: Kamalashila-Institut®

Khenpo Karma Namgyal: The Wheel of Conditioned Existence in the Context of the Four Noble Truths
Buddhist Chant – Heart Sutra (Sanskrit)

Dzogchen Pönlop Rinpoche:  Der Dharma ist wie Wasser – ein Plädoyer für den westlichen Buddhismus